Ninja Magie

Esoterischer Buddhismus

Die übernatürlichen Fähigkeiten der Ninja kamen von der Beschäftigung mit den damals wirksamen magischen Traditionen. Eine davon ist der esoterische (geheime/verborgene) Buddhismus. Zwei japanische Reisemönche, Kûkai und Saichô, brachten im neunten Jahrhundert den esoterischen Buddhismus aus Indien und China offiziell nach Japan. Zwar war er in Japan schon vorher weit verbreitet gewesen, er hatte aber bis dahin noch nicht richtig Einzug in die japanische Kultur gefunden. Später wurde er dann mit der japanischen Magie Shugendô, dem japanischen Schamanismus Shintô und der daoistischen Magie vereint.

Seit Kûkai und Saichô wurde auch das spirituelle Training in den Bergen als wichtiger Bestandteil des esoterischen Buddhismus offiziell anerkannt. Dort lebten auch die Yamabushi, die asketischen Bergmönche, die Shugendô praktizierten, und von denen die Ninja diese Kunst lernten.
Eine japanische Sitte ist es, dass neues Importgut, wenn es etwas taugt, in die eigene Kultur übernommen wird und das alte nebenher bestehen bleibt. Mit der Zeit vermischt sich dann alt und neu und beides wird zu etwas noch besserem kombiniert, so dass das alte Funktionierende im Neuen weiterlebt. So war es auch damals mit dem Shintô, dem Shugendô und dem esoterischen Buddhismus. Mit dem esoterischen Buddhismus wurden damals Zauberpraktiken, die indischen Siddham Symbole, chinesische Symbole, Mantras, Mûdras und geheime Rituale übernommen und in die bestehende effektive und alltagstaugliche japanische Magie und Wahrsagerei integriert.
Die magischen Rituale wurden gezielt für den Schutz und das Wohlergehen des Staates eingesetzt: Für Heilungen, Regenzauber und die Abwendung von Unheil.

Shugendô - der Weg der Zauberer

Damals gab es die sogenannten Bergasketen, genannt Yamabushi. Diese praktizierten Shugendô und erwarben dadurch ungewöhnliche Fähigkeiten. Shugendô ist eine Form der japanischen Magie, in der über ein paar Jahrhunderte hinweg magische Elemente aus den magischen Praktiken vieler Kulturen miteinander verflossen sind. Shugendô heißt übersetzt so viel wie „Der Weg, der gegangen wird, indem in den Bergen magische Übungen zum Erwerben übernatürlicher Kräfte und Wunderwirkungen durchgeführt werden“. Von den Yamabushi lernten die Ninja den Umgang mit japanischer Magie.

Mûdras

Mûdras sind symbolische Gesten, die es einem erleichtern bestimmte Bewusstseinszustände zu erreichen, wie z. B. Tiefenentspannung oder die Annäherung an spirituelle Wesen. Damit die Mûdras ihre Kraft entfalten können, ist eine spirituelle Einweihung nötig. Ohne diese ist es nur sehr schwer möglich eine deutliche Wirkung zu erhalten.

Mantras

Eine  der wichtigsten Facetten des esoterischen Buddhismus sind magische Rituale, wo das Rezitieren von heiligen Worten und Sprüchen mit magischen Wirkungen eine wichtige Zutat sind. Solche magischen Sprüche werden „Mantra“ genannt. Das Wort „Mantra“ kommt ursprünglich aus dem Sanskrit und wurde in die japanische Sprache aufgenommen.

Das Kuji Kiri

Die bekannteste Praxis aus der Ninja-Magie ist die „Schutz-Meditation der Neun Zeichen“ (jap. Kuji goshin hô). Im Volksmund wird auch „Das Schneiden der Neun Zeichen“ (jap. Kuji kiri) dazu gesagt.

Die Ninja lernten diese Kunst von den Yamabushi. Die Yamabushi konnten kaltes Wasser in wenigen Sekunden mit den Händen zum kochen bringen, über glühende Kohlen gehen, ihre Hände in heißes Wasser tauchen ohne Verbrennungen zu bekommen, oder ihre Feinde auf magische Weise am Schwertziehen hindern.

Die Yamabushi lehrten den Ninja 81 Fingergesten. Von diesen wurden schließlich nur 9 ins Ninjutsu integriert. Diese wurden Kujin genannt.

Die Neun Zeichen des Kuji Kiri sind chinesische Schriftzeichen, denen Mûdras und Mantras zugeordnet sind. Benutzt man sie in Form einer bestimmten Ritualabfolge und Meditationen, fördern sie die Persönlichkeit und rufen die Kräfte der damit verbundenen spirituellen Wesen in das eigene Leben, die einem dann Schutz, Hilfe und Führung gewähren.


Weitere Wirkungen davon sind:

  • Die Kunst auf Feuer zu laufen, ohne sich zu verbrennen
  • Unter eiskalten Wasserfällen meditieren, ohne sich zu unterkühlen
  • Das Bezwingen von Hunger und Schmerz
  • Verbesserung der Konzentration
  • Tiefe Meditation
  • Sich für bestimmte Menschen unsichtbar machen können
  • Außersinnliche Wahrnehmung
  • Astralreisen
  • Channeling
  • Heilung von Ängsten
  • Entfernen von Besetzungen
  • Die Liebesfähigkeit entwickeln
  • Entwicklung zum Göttlichen


Mit den Neun Zeichen werden Körper (Mûdra), Rede (Mantra) und Geist (Symbol) angesprochen, gereinigt, entwickelt und gestärkt, um obige Fähigkeiten zu erlangen.
Sie stammen ursprünglich aus dem Daoismus und wurden in Japan mit dem esoterischen Buddhismus, dem Shugendô und dem Shintô geschickt kombiniert.
Die Zeichen ergeben übersetzt einen chinesischen Satz, der zur Verwirrung von nicht Eingeweihten dient. Für Eingeweihte ist dieser Satz eine Art Merkhilfe zur korrekten Durchführung der Rituale und Meditationen.  Als Vorbereitung auf das Kuji Kiri werden verschiedene Meditationen und Übungen durchgeführt, damit man mit den Energien, die  dabei freigesetzt werden, besser umgehen kann.
Um noch tiefer in die Ninja Magie einzusteigen, gibt es eine mystische Form der Meditation und Energiearbeit mit dem Großen Sonnenbuddha Dainichi Nyorai, Schutzgeist von Reiki und dem Ninjutsu. Hierfür gibt es extra Seminare in denen man unter anderem die Morgenstern-Meditation lernt. Diese Meditation hat damals Mikao Usui gemacht, um auf dem Kurama-Berg Reiki empfangen zu können. Diese lernt man im Seminar 1. Grad Shingon Reiki.


Später nahmen die Ninja auch noch die Kunst der chinesischen Wahrsagerei und der Astrologie ins Ninjutsu mit auf.