Die Landschaft als Übungsraum
In Japan ist die spirituelle Landschaft nicht Abstraktion. Sie ist konkret. Bestimmte Berge, bestimmte Wälder, bestimmte Tempel tragen die Praxis, die dort über Jahrhunderte vollzogen wurde – und sie geben diese Praxis an den heutigen Besucher weiter, wenn er sich öffnet.
Das ist keine romantische Vorstellung. Wer einmal am Kurama-Berg gestanden hat, auf dem Sōjōbō den jungen Yoshitsune unterwies – oder an einem der Tempel des Shikoku-Pilgerwegs, an denen seit 1.200 Jahren rezitiert wird – der kennt den Unterschied zwischen einem Ort und einem beseelten Ort.
Die Berge – Shugendo und Tengu
Die japanischen Berge sind nicht Erholungslandschaft. Sie sind Heiligtümer. Die Yamabushi (山伏), die Bergasketen des Shugendo, haben über Jahrhunderte bestimmte Berge in festgelegten Zyklen durchwandert, an bestimmten Stellen Rituale vollzogen, und dadurch eine Verbindung zu den Kräften dieser Orte aufgebaut, die bis heute spürbar ist.
Für den spirituellen Krieger-Weg sind besonders drei Berge relevant: Kurama (bei Kyoto, die Tengu-Tradition), Kōya (der Hauptsitz der Shingon-Schule, von Kukai gegründet), und Yoshino (eine der ältesten Shugendo-Stätten). Mehr zum Kurama im Verwandte Artikel.
Der Shikoku-Pilgerweg
Der Shikoku-Pilgerweg umfasst 88 Tempel auf der Insel Shikoku, die alle mit Kukai verbunden sind. Die Strecke beträgt rund 1.200 Kilometer – traditionell zu Fuß absolviert, in sechs bis acht Wochen.
Mark Hosak hat diesen Pilgerweg zu Fuß absolviert. Die Erfahrung, jeden Tag über Wochen auf demselben Weg zu gehen, an 88 Tempeln Rituale zu vollziehen, die Landschaft Japans in ihrer ganzen Tiefe zu durchwandern – das ist nicht mit einem Besuch zu vergleichen. Es ist eine eigene Form der Krieger-Praxis. Mehr im Verwandte Artikel zu Shikoku.
Die Tempel der Shingon-Schule
Mark Hosaks Praxis ist tief im Shingon-Buddhismus verankert – er ist Forscher und Praktizierender der Shingon-Tradition. Die Hauptsitze der Shingon-Schule sind Kōyasan (hoch in den Bergen südlich von Osaka) und zahlreiche Tempel in Kyoto. Diese Orte tragen das Kuji Kiri und die Siddham-Praxis in ihrer ursprünglichsten Form.
Für den spirituellen Krieger-Weg sind diese Tempel besonders relevant, weil hier die esoterisch-buddhistische Seite der Kuji-Kiri-Praxis ausgearbeitet wurde. Wer dort übt, berührt die Tiefenschicht. Der Verwandte Artikel zu Kukai beleuchtet den Shingon-Begründer.
Japan-Reisen mit Kampfkunst-Praxis
Die spirituellen Japan-Reisen, die Mark anbietet, sind keine Tourismus-Touren. Sie sind Praxis-Reisen. Das heißt konkret: Mark ist vor Ort – nicht als Reiseveranstalter, sondern als Unterweiser. Zu jedem Ort, an dem die Gruppe hält, gehört eine konkrete Kampfkunst- oder Ritual-Einheit. Am Kurama wird Kuji Kiri gezogen. An den Shikoku-Tempeln wird Meditation geübt. In den Shingon-Tempeln wird Siddham betrachtet.
Das unterscheidet diese Reisen von allem, was man sonst buchen kann. Der Teilnehmende betritt nicht einen Ort – er übt dort, angeleitet von jemandem, der die Tradition kennt und seit Jahrzehnten praktiziert. Mehr zu den Reisen: Verwandte Artikel zu den Tengu-Orten.
Die Stille zwischen den Orten
Was man vor Reisen oft unterschätzt: Nicht nur die Orte selbst wirken, sondern auch die Übergänge zwischen ihnen. Die langen Wanderungen durch die Wälder. Die Stille in den frühen Morgenstunden in einem abgelegenen Tempel. Der Zug, der durch die Reisfelder fährt.
Wer ernsthaft in Japan praktiziert, weiß: Die Transformation geschieht nicht nur an den heiligen Orten. Sie geschieht im kontinuierlichen Fluss der Landschaft, des Rituals, der Stille. Drei Wochen Japan – richtig verbracht – können mehr bewirken als drei Jahre Praxis zu Hause.