Keine dieser Kampfkünste ist für sich genommen das Ganze. Erst zusammen – über Jahrzehnte zu einem integrativen Weg zusammengewachsen – zeigen sie das, was die Spirits den Alten schon immer offenbarten: dass der Körper das Gefäß ist und die Technik der Ausdruck höherer Verbindung.
Im Tengu Akasha Dojo verschmelzen fünf Kampfkünste zu einem Weg. Ninjutsu in der direkten Taguchi-Linie. Escrima und Arnis mit ihren schamanischen philippinischen Wurzeln. Bagua und Taichi als daoistische Geistpraktiken. Kuji Kiri als esoterisches Herzstück. Und die mediale Dimension, die alles durchzieht.
Was sie verbindet ist nicht die Technik. Techniken gibt es in jedem Dojo. Was sie verbindet ist die Ebene darunter – die schamanisch-magische Dimension, aus der jede dieser Künste ursprünglich geboren wurde, lange bevor sie zu Sport und Selbstverteidigung verkürzt wurden.
Diese Seite zeigt jede der fünf einzeln. Wer sie nacheinander liest, beginnt zu spüren, warum sie zusammengehören.

Ninjutsu ist die alte japanische Krieger-Kunst der Ninja – und das, was heute davon übrig ist, sind meist Hollywood-Bilder und Sport-Varianten. Die Taguchi-Linie, in der ich stehe, ist etwas anderes. Sie trägt die Kampfkunst als spirituellen Weg. Technik ist Mittel, nicht Ziel. Die neun Ryu, die traditionell im Ninjutsu überliefert werden, sind weniger Stil-Kataloge als Energie-Qualitäten – jede mit ihrer eigenen spirituellen Signatur.
Die Ninja waren nie nur Spione oder Söldner. Ihre Wurzeln sind vielfältig: bei den Yamabushi – den Bergasketen des Shugendō, die in den Bergen mit den Spirits der Tengu übten – und im esoterischen Buddhismus (Mikkyō). Der Shingon-Mönch Kakuban (1095–1143) verfasste im 12. Jahrhundert den Text Gorin kuji myō himitsu shaku, der die neun Siegel (Kuji Kiri) in das japanische esoterische System einbrachte. Über Klöster und Wandermönche floss diese Praxis in die Tradition der Ninja-Familien von Iga und Kōga. Der Tengu, der schwarz gefiederte Bergspirit, ist in der japanischen Überlieferung der große Meister der Kampfkunst. Nicht zufällig trägt dieses Dojo seinen Namen.
Taguchi Sensei hat mir diese Linie übertragen. Nicht als Handbuch, sondern als lebendige Verbindung. Viele Jahre Praxis – und dann beginnt etwas, was man nicht mehr erklären, nur noch erleben kann.
Ninjutsu in dieser Linie ist untrennbar mit Kuji Kiri verbunden – den neun Siegeln, die der Krieger vor jedem Einsatz zieht. Und mit Mikkyo, dem esoterischen Buddhismus, der die energetische Grundlage stellt. Der Ninja war immer mehr Mystiker als Killer. Die Welt hat das vergessen. Die Taguchi-Linie nicht.
„Wenn man über Jahre die Basis gut trainiert und sich immer mit den Spirits verbindet, beginnen diese einen irgendwann zu belehren. Viele Dinge die ich zeige, habe ich selbst nie gesehen – sie fließen durch mich hindurch."


Escrima und Arnis sind die Stock- und Klingenkünste der Philippinen – kompromisslos praktisch, gleichzeitig tief rituell. Wer die Form nur als Technik sieht, übersieht das, was diese Kunst eigentlich ist: ein Austausch mit den Geistern der Waffe. Der Stock ist kein Holz. Er ist Verbindung zu den Ahnen, zu den Naturspirits, zur Kraft des Ortes, aus dem sein Material stammt.
Vor der Kolonialisierung waren die Inseln ein Geflecht animistischer Kulturen. Die Babaylanes – die Priester-Heiler-Kämpfer – verbanden Ritual, Medizin und Kampf in einer Person. Aus dieser Matrix ist entstanden, was heute Escrima, Arnis oder Kali genannt wird. Dass die Kunst unter dem spanischen Kolonialregime in den Volkstänzen versteckt weiterlebte, ist kein Zufall – es war Überlebensstrategie.
Meine Praxis in dieser Linie ist über Jahre im direkten Austausch mit zwei Praktizierenden gewachsen — beide auf ausdrücklichen Wunsch ohne namentliche Nennung — und im Kontakt zu philippinischen Traditionen, die animistisch und nicht sportlich ausgerichtet sind. Eine der prägenden Linien dabei ist Pekiti Tirsia Kali.
Escrima ist schamanisch. Nicht nur ursprünglich – auch in der lebendigen Praxis heute, wenn man bereit ist die Dimension zu sehen. Die Kraft, die durch eine saubere Bewegung fließt, kommt nicht aus dem Muskel. Sie kommt aus der Verbindung zur Waffe als beseeltem Wesen. Wer nie mit dem Geist seines Stocks gesprochen hat, hat Escrima nie wirklich praktiziert.
Bagua Zhang – die Handfläche der acht Trigramme – und Taichi Quan – der Urpol-Faust – sind die beiden inneren Kampfkünste, die im Tengu Akasha Dojo gepflegt werden. „Innere Kampfkunst" heißt: die Kraft kommt nicht aus dem Muskel, sondern aus der Zentrierung, der Wandlung und der Verbindung mit den kosmischen Grundkräften, die das I Ging in acht Bildern beschreibt.
Beide Künste wurzeln im Daoismus – und zwar nicht im verdünnten, akademischen Daoismus, sondern in der schamanischen Linie, die bis zu den Wu zurückreicht, den Geist-Mittlern des alten China. Bagua ist die Bewegung der acht Trigramme als Körpergebet. Das Kreisgehen, mit dem jede Bagua-Praxis beginnt, ist gleichzeitig Ritual und Kampfvorbereitung. In manchen Linien wird es als direkte Einladung an die Spirits gesehen, die Bewegung zu beseelen.
Taichi ist populär geworden als Gesundheitsgymnastik. Das ist nicht falsch – aber es ist der kleinste Ausschnitt dessen, was es ursprünglich war. In der daoistischen Tiefe ist Taichi innere Alchemie: die Umwandlung von Jing zu Qi zu Shen, von Substanz zu Energie zu Geist. Wer das nur als Morgensport übt, verliert die magische Dimension, ohne es zu merken.
In der Praxis hier gehören Bagua und Taichi deshalb zum Weg der Geistverbindung, nicht zum Fitnessprogramm. Die Form ist Werkzeug, nicht Zweck.
Kuji Kiri heißt wörtlich „die neun Zeichen schneiden". Neun Mudra-Siegel, neun Mantras, neun energetische Qualitäten – zusammen ein Ritual, das den Praktizierenden in eine bestimmte Schwingung setzt. In der Kampfkunst wird es vor dem Einsatz gezogen. In der meditativen Praxis als eigenständiger Weg geübt. Jedes der neun Siegel ist ein Tor – zu einem Bodhisattva, einem Myoo, einer kosmischen Kraft.
Hier ist eine häufige Vereinfachung zu korrigieren: Kuji Kiri stammt nicht ausschließlich aus dem Buddhismus. Seine Ursprünge liegen im schamanischen Daoismus der Wu – die früheste überlieferte Version findet sich im Baopuzi des Ge Hong, einem chinesischen Alchemisten aus dem 4. Jahrhundert. Von dort wanderte es nach Japan und wurde dort vom esoterischen Buddhismus (Shingon), vom Shugendo und vom Shinto aufgenommen und weitergeformt. Das Kuji Kiri, das heute im Ninjutsu praktiziert wird, ist die Kreuzung all dieser Strömungen.
Ich habe die historischen Quellen für meine Dissertation an der Universität Heidelberg aus dem Chinesischen und Japanischen übersetzt – und die Praxis in verschiedenen Linien vertieft, unter anderem als Forscher und Praktizierender der Shingon-Tradition.
Kuji Kiri ist das Scharnier, an dem die anderen Traditionen hängen. Im Ninjutsu ist es die rituelle Vorbereitung. In der medialen Praxis ist es das Werkzeug, mit dem die Spirits gerufen werden. In Shingon Reiki ist es eine der Grundlagen der Energiearbeit. Wer Kuji Kiri verstanden hat, versteht, warum die anderen vier Traditionen zusammengehören.
Die ersten vier Traditionen lassen sich beschreiben, einordnen, historisch belegen. Die fünfte ist schwerer zu fassen – weil sie keine eigene Form hat. Mediale Kampfkunst ist das, was passiert, wenn die Spirits beginnen zu führen. Die Technik, die sichtbar wird, ist dann nicht mehr die, die der Körper kennt. Es ist das, was durch ihn hindurchfließt.
Taguchi Sensei hat es mir so weitergegeben, wie er es selbst erlebt hat: Übe die Basis über Jahre mit Geduld. Verbinde dich jedes Mal wirklich mit den Spirits. Irgendwann beginnen sie zu sprechen. Das ist kein Satz aus einem Handbuch. Es ist eine Erfahrung, die sich nicht herstellen, sondern nur einladen lässt.
Akasha – der Name dieses Dojos – ist genau der Raum, aus dem diese Dimension kommt. Kokūzō Bosatsu, der Bodhisattva des unendlichen Raumes, ist ihr spiritueller Referent. Aus diesem Raum fließen die Bewegungen, die ich selbst nie gesehen habe und trotzdem zeige.
Mediale Kampfkunst ist keine sechste Disziplin neben den anderen vier – sie ist die Qualität, die in allen vier entstehen kann, wenn die Praxis tief genug geht. Im Ninjutsu wird sie zu den Tengu, die die Bewegung führen. Im Escrima zu den Naturspirits, die durch den Stock wirken. In Bagua zu den Wandlungskräften des I Ging, die den Kreis beseelen. In Kuji Kiri zu den Myoo und Bodhisattvas, die durch die Siegel sprechen.
Darum ist der Name dieses Dojos so gewählt. Tengu – der spirituelle Führer. Akasha – der Raum, aus dem die Übertragung kommt. Und Dojo – der Ort, an dem der Körper sich als Gefäß öffnet.
Jede Tradition mit ihrer eigenen Wurzel und ihrer eigenen Stimme.
Die daoistischen Wurzeln. Bewegung als innere Alchemie, nicht als Tanz.
Philippinischer Stockkampf mit schamanischen Wurzeln. Der Geist im Stock.
Wie Ninjutsu mit Shugendō, Shintō und Schamanismus verbunden ist.
Körperarbeit aus der japanischen Tempel-Tradition. Vor Shiatsu, jenseits Wellness.
Wie die Taguchi-Linie Ninjutsu, Escrima und Bagua in einem Körper integriert.
Die fünf Traditionen haben verschiedene Ursprünge, verschiedene Formen, verschiedene Überlieferer. Was sie verbindet ist nicht eine gemeinsame Technik – sondern der gleiche Raum, aus dem sie kommen. Wer diesen Raum einmal berührt hat, merkt, dass Ninjutsu, Escrima, Bagua und Kuji Kiri gar nicht verschiedene Künste sind. Sie sind verschiedene Stimmen desselben Chores.
Kampfkunst ohne Geistverbindung ist nur Physik. Mit ihr wird sie zum Weg.
Das Tengu Akasha Dojo ist der Ort, an dem dieser Chor gehört und gepflegt wird. Kein Stil-Kasten. Kein Dogma. Ein integratives System, das weiß, woher es kommt und wohin es geht.
Wegbegleitende über den Spirituellen Krieger Meister-Weg und die Taguchi-Linie.
Individuelle Erfahrung. Jede Stimme ist ein persönlicher Erfahrungsbericht. Ergebnisse können variieren und hängen von Vorkenntnissen, körperlicher Verfassung, Trainingshäufigkeit und vielen weiteren Faktoren ab. Kampfkunst-Praxis ersetzt keine medizinische oder psychologische Behandlung.
„ Der Meister-Weg zum Spirituellen Krieger ist für mich eine besondere Herausforderung. Was mich total begeistert, ist das Training bei einem Meister, der wahrlich ein Meister ist. Er kennt sich nicht nur im Bereich der Kampfkünste aus, sondern ist ein Meister für das Leben. Es ist wirklich so, dass man gleich zu Beginn sehr fortgeschrittene Techniken und Drills erlebt, wodurch man sehr schnell die Zusammenhänge der Kampfkünste begreifen kann.
„ Taguchi Ryu Ninjutsu ist etwas anderes. Das Ninjutsu im Taguchi-Stil ist sehr technik- und wahrnehmungsbetont. Mit wenig Kraft, so wenig Körperteilen wie möglich und effektiver Technik kann man hier sehr viel bewirken. Das Ninja-Training bei Mark Hosak fühlt sich auch irgendwie mystisch an. Mark scheint der Kanal dafür zu sein, durch welchen das Ninjutsu aus seiner mystischen Ninja-Welt in die unsrige durchströmen kann. Sehr zu empfehlen!