Bagua-Cluster · Linie

Marks Bagua-Linie — She Yinge und Tom Bisio

師 · し

Bagua kann man nicht aus Büchern lernen. Es wird übertragen — von Körper zu Körper, von Linie zu Linie.

Bagua-Cluster · Dr. Mark Hosak · 7 Minuten Lesezeit

Warum Linie wichtig ist

Bagua Zhang ist nicht in einem Buch enthalten. Es ist in den Körpern derer, die es üben — und es wird von Körper zu Körper weitergegeben. Wer Bagua ohne Linie übt, übt eine Vermutung dessen, was es sein könnte.

Eine Linie ist mehr als eine Folge von Personen. Sie ist eine Übertragung von Substanz — von der Art, wie das Kreisgehen wirklich gemacht wird, von der Schicht der Praxis, die in keinem Manual steht, von dem feinen Wissen, wie tief die Knie wirklich gehen, wann sich der Atem wirklich senkt, was wirklich passiert, wenn die Spirits in die Bewegung treten.

Meine Bagua-Übertragung kommt aus zwei Strängen, die sich gegenseitig ergänzen: She Yinge und Tom Bisio. Beide sind Meister mit jahrzehntelanger eigener Tiefe und mit klassisch-chinesischen Wurzeln, die im Westen selten geworden sind.

She Yinge

She Yinge bringt die unmittelbare Linie aus der chinesischen Tradition. Was an ihrer Bewegung auffällt, ist eine Erdung, die nicht aus Anstrengung kommt, sondern aus Selbstverständlichkeit. Wer ihr beim Kreisgehen zuschaut, sieht eine Person, die mit der Erde nicht verbunden ist, sondern eins. Diese Qualität lässt sich nicht beschreiben, nur erleben.

Ihre Übertragung trägt die direkten chinesischen Wurzeln des Bagua — eine Verbindung, in der die Form nicht von der Wandlung getrennt ist, in der die acht Trigramme nicht als Konzepte unterrichtet werden, sondern als spürbare Qualitäten in jeder Bewegung. Diese Art der Übertragung ist nicht in Stunden zu vermitteln. Sie braucht Jahre.

Tom Bisio

Tom Bisio hat über lange Jahre in China studiert und das innere Bagua mit einer Klarheit in den Westen gebracht, die unter modernen Meistern selten ist. Seine Bücher und seine Praxis sind unter ernsten Bagua-Praktizierenden international anerkannt. Was ihn ausmacht, ist die Verbindung von tiefer eigener Übung mit der Fähigkeit, das Geübte auf eine Weise weiterzugeben, die nichts an Substanz verliert.

Bei ihm habe ich Bagua aus einer Perspektive empfangen, die sowohl die Technik als auch die innere Schicht ernst nimmt. Tom Bisio weiß, dass Bagua ohne die innere Dimension nur halb ist — und er weiß, wie diese Dimension westlichen Köpfen zugänglich gemacht werden kann, ohne sie in westliche Kategorien zu zwingen.

Wie zwei Linien sich ergänzen

Es ist selten, dass jemand zwei Bagua-Linien gleichzeitig empfängt. Aber es ist nicht zufällig. Was She Yinge mit der unmittelbaren chinesischen Tradition gibt, ist die Erdung. Was Tom Bisio mit der westlich-zugänglichen Übermittlung gibt, ist die Klarheit. Beide zusammen ergeben eine Praxis, die nicht nur tief ist, sondern auch weitergegeben werden kann.

Diese Doppel-Wurzel prägt das Bagua, das im Tengu Akasha Dojo gelebt wird. Es ist nicht eine reine chinesische Reproduktion, und es ist nicht eine westliche Anpassung. Es ist eine Praxis, die in der Begegnung der beiden Linien atmet.

Was ich daraus mache

Eine Linie ist nicht etwas, das man empfängt und dann hat. Sie ist etwas, das man fortsetzt. Jeder Praktizierende, der eine Linie ernst nimmt, hat die Aufgabe, sie weiterzutragen — nicht als Wiederholung, sondern als lebendige Übertragung.

Im Tengu Akasha Dojo verbindet sich Bagua mit den anderen Wurzeln meiner Praxis: dem Ninjutsu der Taguchi-Linie, dem schamanischen Daoismus, der mediale Schicht, die in jeder ernsten Krieger-Tradition wach werden kann. Bagua wird so nicht zu einem isolierten Stil. Es wird zu einer der Säulen einer integrierten spirituellen Kampfkunst.

Wer in meiner Bagua-Praxis steht, steht in einer Linie, die durch She Yinge und Tom Bisio zurückreicht — und durch sie weiter zurück, bis in die schamanisch-daoistischen Berg-Eremiten des alten China.

Was eine Linie verlangt

Ich nenne hier zwei Namen, weil sie wirklich die Pfeiler meiner Bagua-Praxis sind. Aber ich tue es im Bewusstsein, dass jede Lineage-Nennung mit Verantwortung kommt. Eine Linie ist kein Markenname. Sie ist eine Verpflichtung — gegenüber dem, was empfangen wurde, und gegenüber dem, was weitergegeben wird.

Wer Bagua von mir empfängt, empfängt nicht „Mark Hosaks Bagua". Er empfängt eine Schicht der Übertragung von She Yinge, eine Schicht von Tom Bisio, und durch sie hindurch ältere Schichten, deren Träger nie genannt werden konnten. So bleibt Bagua, was es immer war: kein Besitz, sondern ein Fluss.

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